„Wersich zieht zurück“


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■ „Kampf um Fraktionsvorsitz – Wersich zieht zurück“ war eine Headline der Bild-Zeitung am 23. Februar 2015. Mit dem Verlust dieser Sprecher-Funktion wird es um Wersich deutlich stiller werden. Es ist schwer vorstellbar, dass sich ein rechtspopulistischer Lautsprecher mit einer solchen subalternen Position auf Dauer abfinden wird, aber zunächst ist es so: Dietrich Wersich ist politisch am Ende.

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Bemerkeswert ist, dass Wersich in den Medien der „bürgerlichen Mitte“ zuletzt als moderater Liberaler dargestellt wurde, der vor allem daran gescheitert sei, dass er „zu hanseatisch“ aufgetreten sei. Solche unglaublichen und gegen alle dokumentierten Tasachen gleichgültige Urteile zeigen nur, wie einverstanden diese „Mitte“ längst mit rechtspopulistischen Slogans ist.

Man konnte das zum Beispiel beobachten, als während der Hochzeit der rechten Pegida-Kundgebungen vom „Qualitätsjournalismus“ die Statements von drei Dresdner Politikwissenschaftler zitiert wurden, die Pegida systematisch verharmlosend beschrieben. So wie diese Pegida-Versteher aus Dresden trat in Hamburg der Politikwissenschaft-Professor Kai-Uwe Schnapp als Wersich-Versteher auf und wurde in dieser Funktion ständig von Zeit, Abendblatt, NDR etc. zitiert:

Zeit, 12.02.2015
Der Kandidat wirkt bürgernah und sympathisch. Er versucht, Standpunkte zu vermitteln”, sagt Politologieprofessor Kai-Uwe Schnapp: „Wenn jemand den Ton der Großstädter trifft, dann ist es Wersich. Er ist klug, redegewandt, kulturell gebildet – kurz: ein moderner Typ. Ursprünglich war er Arzt (wo?). Wenn man es unter Wahlkampfgesichtspunkten sieht, ist er vielleicht nicht aggressiv genug. Er versucht eben nicht zu polarisieren.

Siehe dazu den Kommentar der IGDRA

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Polizei
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LETZTE MELDUNGEN ZU DIETRICH WERSICH

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Einige Wochen nach der Wahl hängen überall noch Wersich-Plakate mit der Forderung: „Mehr Polizisten, Null Toleranz gegen Gewalt. Gepflegte Parks & Plätze“. Auf diese provokanten rechtspopulistischen Sprüche reagieren Passanten mit Kommentaren. Die Bild-Zeitung, die sich gegen Wersich wendete, als dieser seine Posten nicht räumen wollte, hat das in typischer Manier aufgegriffen, indem sie dieses Foto verbreitete und zugleich süffisant etwas von „Verschandelung“ dazu bemerkte.

Einen Eindruck von Wersichs Scharfmacher-Qualitäten vermittelt ein VIDEO von einer seiner vielen Reden zum Thema „Gegen die Verharmlosung linksextremer Gewalt und für unsere Polizei“. Die Rede mit dem Titel „Respekt und Solidarität mit unserer Polizei“ wurde am 23. Januar 2014 in der Hamburger Bürgerschaft gehalten.

(2)

Hamburger Abendblatt 28.02.2015
Wersich will niemand rechts neben sich
Wer darf wo in der Bürgerschaft sitzen? Ganz reibungslos ging diese Entscheidung diesmal nicht über die Bühne: Dietrich Wersich, der bis Mittwoch noch de facto CDU-Fraktionschef war, hatte den Standpunkt vertreten, dass keine Fraktion rechts von der CDU sitzen dürfe. Somit wäre die AfD in Richtung Mitte gerutscht und damit zwischen CDU und FDP. Eine Lösung gab es erst, als die CDU-Abgeordneten sich auf André Trepoll als neuen Fraktionschef geeinigt hatten. Der sah die Sitzordnung weniger ideologisch und überließ der AfD den von Wersich beanspruchten rechten Rand.

(3)

Hamburger Abendblatt, 01.03.2015
Wersich als Hinterbänkler
Wersich nahm nach seiner Abwahl in der vorletzten Reihe Platz. Allerdings wurde er zum ersten von fünf Vizepräsidenten der Bürgerschaft gewählt, die bei Abwesenheit der sozialdemokratischen Präsidentin diese vertreten dürfen. In Anerkennung ihrer gemäßigten Politik wurde auch Christiane Schneider von der Linkspartei von den anderen Parteien zur Vizepräsidentin gewählt. Vizepräsidenten bekommen doppelte Diäten: rund 5600 Euro.

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Nachtrag am 31. Juli 2015:
Die Nachfrage nach Wersich tendiert gegen Null. Sie entwickelt sich auch auf diesem Blog wie bei Wikipedia (Abrufstatistik), stagniert also bei etwa 6 Besuchern pro Tag. Am Donnerstag, den 26. Februar 2015 hatte dieses weblog noch 1613 Seitenaufrufe. Im März sank das Interesse von täglich 600 auf rund 100 Seitenaufrufe, im April von 192 auf 40, im Mai auf durschnittlich 40 und und im Juni dann auf 11 Seitenaufrufe am Tag. Der „Bürgermeisterkandidat“ und Agaplesion-Lobbyist ist politisch unsichtbar geworden. Für den politischen Schaden (rechter Diskurs) und den materiellen Schaden (Privatisierung des LBK und des kommunal-öffentlichen Raumes in Eimsbüttel) muss er nicht aufkommen. Falls Wersich ein Comeback versuchen sollte, werden wir es frühzeitig mitbekommen. Wenn nicht: dieses Blog ist eine exemplarische Fallstudie, die auch so ihren Zweck erfüllt.

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Dietrich Wersich:
Aufstieg und Fall eines pro-klerikalen Rechtspopulisten

(1995 bis 2015)
Eine Kurzdarstellung in 40 Abbildungen

Eine Extended Version zu diesem Thema gibt es auf dem IGDRA-Blog http://keindiakonieklinikumblogger.org/ Hier klicken
Insbesondere auf den Seiten:
Dietrich Wersich (Sozialsenator) und
Zwischenberichte 2015 (zu Wersichs Ende)