2008 – Privatisierung als Gottesdienst

Privatisierung als Gottesdienst
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■ »Privatisierung als Gottesdienst« hieß eine Ausstellung der IGDRA im Hamburger Kunstverein (9/2013-1/2014) über die exemplarische Vermarktung einer kommunalen Freifläche. Dort ging es auch um Dietrich Wersich.

Eine Version dieses Fotos stand im Mittelpunkt der Ausstellung. Es zeigt eine Grundsteinlegung in Hamburg im Dezember 2008. Der Mann am Mikrofon trägt eine „Beffchen“ genannte Halsbinde, wie sie bei evangelischen Klerikern üblich ist. Der andere trägt eine rote Priesterstola über dem Talar mit V-Ausschnitt zur hellen Krawatte – die „freikirchliche Form“ laut Prediger-Handbuch der Methodistenkirche. Der Sprecher zitiert aus einem Gebetsbuch mit rotem Umschlag. Die anderen – darunter Wersich – halten die Hände zum Gebet bereit.

Der Boden, auf dem die abgebildeten Personen jetzt stehen, war wenige Wochen zuvor noch ein öffentlicher Raum. Er gehörte als Erholungsfläche zu einem dicht bebauten Wohngebiet, dessen angrenzende Mietshäuser im Hintergrund zu sehen sind.

Dieses Foto zeigt somit ein Geschäftstreffen. Die beiden Männer im Pastorenkostüm sind Manager großer klerikaler Kapitalgesellschaft. Ihre Verkleidung tragen sie nebem dem Laptop und den Geschäftpapieren sonst in der Aktentasche – für den fall dass es kurzfristig wieder was zum privatisieren gibt. Die beiden Prediger stehen hier für den Agaplesion-Konzern und die Holding „Alten Eichen“, die am Konzern beteiligt ist.

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Dietrich Wersich:
Aufstieg und Fall eines pro-klerikalen Rechtspopulisten

(1995 bis 2015)
Eine Kurzdarstellung in 40 Abbildungen

Eine Extended Version zu diesem Thema gibt es auf dem IGDRA-Blog http://keindiakonieklinikumblogger.org/ Hier klicken
Insbesondere auf den Seiten:
Dietrich Wersich (Sozialsenator) und
Zwischenberichte 2015 (zu Wersichs Ende)

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