2011 Wersich nach Schwarz-Grün

Fraktionvorsitzender Wersich
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„Zweiter Bürgermeister“ – „Erster Vorsitzender“ – Bürgermeister-Kandidat

Mitte Juli 2010 trat Beust zurück. Die CDU entschied einstimmig, den Burschenschafter Christoph Ahlhaus zum Nachfolger zu machen. Die korrupte Öko-Partei hatte auch damit kein Problem. Auf einem Parteitag entschied die Mehrheit sich für die Fortsezung von Schwarz-Grün auch unter Ahlhaus. Der wurde dann auch einen Monat nach dem Abgang von Beust Erster Bürgermeister.

Vier Monate später glaubten die Grünen angesichts deutlicher Krisenerscheiningungen in der CDU, ein rechtzeitiger Seitenwechsel (zur SPD) würde ihnen die Dienstwagen garantieren. Im Dezember 2010 kündigten sie die Koalition. Bis zu den Neuwahlen im Februar 2011 gab es in Hamburg deshalb einen provisorischen Rumpfsenat ohne grüne Senatoren und Staatssekretäre.

In dieser Niedergangssituation kam Wersich dem begehrten Bürgermeisterposten wenigstens symbolisch einen Schritt näher: Da es sonst niemand gab, wurde er bis zur Neuwahl für zwei Monate Stellvertreter von Ahlhaus, also „Zweiter Bürgermeister“. Auf diesen Titel war er so stolz, dass er sich 8 Wochen lang überall nur noch als „Zweiter Bürgermeister“ anreden ließ. Zum Beispiel vom „Hamburg Journal“, wie die linke Abbildung zeigt.

Wersichs letzte Amtshandlung war übrigens seine Rede zur Einweihung des – noch nicht eröffneten! – „Diakonieklinikums“ im Januar 2011. Man hatte die Einweihungsfeier extra vorgezogen, da klar war, dass Wersich im Februar nicht mehr dabei sein kann. Dieses „Diakonieklinikum“, das seit 2002 von der Frankfurter Agaplesion AG gesteuert und ab 2005 auch offiziell eine Filiale dieses Konzerns wurde, bekannte sich erstmals bei dieser Einweihungsveranstaltung zum Namen der Konzernmutter. Auch Wersich hat diesen Namen zehn Jahre lang verschwiegen.

In der ersten Märzwoche 2011 wurde aus dem „Zweiten Bürgermeister“ dann ein „Erster Vorsitzender“. Allerdings nur der Vorsitzende einer nun halbierten CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Doch 2014 stieg Wersich in seiner Selbstwahrnehmung erneut auf, diesmal zum „Bürgermeister-Kandidaten“. Dieser Titel lag schon wieder so nahe am Bürgermeistertitel, dass Wersich sich schon selbst mit Olaf Scholz verwechselte. Als das Wahlergebnis ihn zurück auf den Boden der Tatsachen holte, wollte er diese einfach nicht zur Kenntnis nehmen und bewarb sich noch am Wahlabend als Bürgermeister (-kandidat) für 2020.

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Dietrich Wersich:
Aufstieg und Fall eines pro-klerikalen Rechtspopulisten

(1995 bis 2015)
Eine Kurzdarstellung in 40 Abbildungen

Eine Extended Version zu diesem Thema gibt es auf dem IGDRA-Blog http://keindiakonieklinikumblogger.org/ Hier klicken
Insbesondere auf den Seiten:
Dietrich Wersich (Sozialsenator) und
Zwischenberichte 2015 (zu Wersichs Ende)

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